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Volldampf voraus!
Boote mit Dampfantrieb
erstellt 25.7.2001 - Kirsten Schönfelder
im Rahmen der Lehrveranstaltung: Technik im Sachunterricht
Im Rahmen des Seminars "Technik im Sachunterricht" habe
ich mich mit der Konstruktion einfacher Boote beschäftigt, die mit Wasserdampf
angetrieben werden. Das Antriebsprinzip beruht darauf, dass Wasserdampf ein über
tausendfaches Volumen gegenüber Wasser einnimmt. In einem nahezu geschlossenen
Körper entsteht durch den Wasserdampf ein starker Druck, der durch eine kleine
Öffnung entweicht. Auf dieser Grundlage funktionieren sowohl das "Put-Put-Boot"
als auch das "Raketenboot", die ich hier vorstellen möchte.
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Das Put-Put-Boot
Der Name "Put-Put Boot" scheint realtiv gebräuchlich zu sein, für
Spielzeug-Boote, die auf dieser Art des Dampfantriebs beruhen und die heute
noch gelegentlich in Spielzeugläden verkauft werden.
Um ein einfaches Put-Put Boot zu bauen, benötigt man ein Holzbrettchen, ein
Teelicht, ein etwa 35 cm langes Röhrchen aus Messing oder Kupfer mit einem
Durchmesser von mindestens 2mm, aber höchstens 4 mm, 3 Reisszwecken und ein
Stückchen Draht. Das Röhrchen muss in der Mitte zu einer Spirale gebogen
werden. Die besten Erfahrungen habe ich dabei mit zweieinhalb Windungen
gemacht
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| Messing-Röhren von mehr als 2mm Durchmesser lassen
sich nicht ohne Weiteres biegen. Sie knicken schnell ein, oder werden ganz
flach. Deshalb habe ich für die 4mm starke Röhre eine Biegehilfe gebaut. Das
Rohr muss mit sehr feinem Sand ganz gefüllt werden, um es dann um einen
passenden Stab zu winden. Ein Ende muss dabei fest fixiert sein, sonst
knickt das Röhrchen ein.
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| Mit dem Stück Draht habe ich eine Doppelschlaufe
gebogen, die die Antriebsspirale in der richtigen Position fixiert. Mit zwei
Reisszwecken wurde sie auf dem zurecht gesägten Holzbrettchen befestigt. Die
dritte Zwecke hält die Aluminiumhülle des Teelichtes. Die Spirale muss so
angebracht werden, dass die Windungen direkt über der Kerze liegen und die
beiden "Auspuff-Rohre" bis ins Wasser reichen.
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| Um das Boot in Betrieb zu setzen, muss das
Röhrchen mit Wasser gefüllt werden. Beim Füllen unter dem Wasserhahn muss
man die Enden zuhalten, wenn man das Boot ins Wasser setzt. Eine andere
Möglichkeit ist das Ansaugen von Wasser mit einem Strohhalm oder einem
kleinen Schlauch, wenn das Boot bereits schwimmt. Dann kann man die Kerze
entzünden. Es dauert nicht lange, bis der Druck des entstehenden
Wasserdampfes einen Teil des Wasser stossartig aus den Rohren drückt. Dabei
kondensiert ein Teil des Dampfes an den kühleren Röhren-Enden. Das Volumen
verringert sich, und durch den entstehenden Unterdruck wird sofort wieder
Wasser angesogen . Die Vorwärtsbewegung entsteht dadurch, dass das Wasser
zwar als Strahl ausgestossen, aber von allen Seiten aufgenommen wird.
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Das Raketenboot
Das zweite Prinzip sollte darauf basieren, den Druck des Dampfstrahls
direkt zu nutzen. Dazu habe ich verschiedene Behälter als Kessel
ausprobiert. Dabei traten zwei Probleme auf. Zum einen waren die Boote sehr
wackelig, durch den hohen Schwerpunkt, zum anderen konnte nur mit Hilfe von
Teelichtern nicht genug Druck erzeugt werden. Mein erster Versuch mit den
Zigarren-Hüllen hat zwar gedampft, fuhr aber kaum vorwärts.
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| Mit einer Milchdose als Kessel konnte ich bessere
Ergebnisse erzielen. Erhitzt wird das Wasser mit einem kleinen Brenner, den
ich aus einer mit Lampenöl gefüllten Teelichthülle, einem Milchdosen-Deckel
und einem Stück Schnürsenkel als Docht zusammengesetzt hatte. Das Loch in
der Dose habe ich mit einem kleineren Nagel gestochen und etwa 2-3 Teelöffel
Wasser eingefüllt.
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